September 30, 2026
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Eilmeldung: Borussia Dortmund entlässt Cheftrainer Niko Kovač – Drei entscheidende Gründe für den sofortigen Rauswurf

 

Dortmund – Die Bombe ist geplatzt. Borussia Dortmund hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Niko Kovač getrennt. Nur wenige Monate nach seiner Amtsübernahme als Nachfolger von Edin Terzic zieht der BVB die Reißleine. Die Entscheidung fiel in einer nächtlichen Dringlichkeitssitzung des Aufsichtsrats, nachdem die sportliche Talfahrt des Vereins neue, alarmierende Ausmaße angenommen hat.

 

Offiziell heißen die Floskeln „fehlendes Vertrauen“ und „unterschiedliche Zukunftsvorstellungen“. Doch interne Quellen im Westfalenstadion nennen drei handfeste, schwerwiegende Gründe, die für die sofortige Entlassung des 53-jährigen Kroaten ausschlaggebend waren.

 

Grund 1: Systemkollaps – Die defensive Instabilität ohne jeden Plan B

 

Kovač galt einst als taktischer Stratege, der bei Eintracht Frankfurt für defensive Stabilität und Kontereffizienz bekannt war. In Dortmund aber zerbröselte sein System von Woche zu Woche. Der BVB kassierte in den letzten acht Pflichtspielen durchschnittlich 2,4 Gegentore pro Partie – ein Wert, der selbst an die dunkelsten Peter-Bosz-Tage erinnerte.

 

Das Hauptproblem: Kovač beharrte stur auf einer Dreier- oder Fünferkette, obwohl das vorhandene Personal dafür ungeeignet war. Routinier Mats Hummels (inzwischen bei der zweiten Mannschaft trainierend) und der verletzungsanfällige Niklas Süle wurden immer wieder in Räume gezogen, die sie nicht verteidigen konnten. Das Pressing war chaotisch, die Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld existierte faktisch nicht.

 

Das 2:5-Debakel gegen den VfB Stuttgart vor zwei Wochen war kein Unfall, sondern der logische Höhepunkt. Gegnerische Flügelspieler tanzten die Dortmunder Außenverteidiger aus, während Kovač an der Seitenlinie wie versteinert wirkte. Ein Scout eines Premier-League-Klubs, der das Spiel anonym verfolgte, notierte: „Keine defensive Grundordnung, keine Rückversicherung, keine Intensität.“ Als Kovač im Anschluss an die Partie sagte, man habe „vom Charakter her gut dagegengehalten“, war das intern als Realitätsverlust verbucht.

 

Entscheidend war das Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim, das 1:3 verloren ging. Heidenheim, ein Team mit einem Bruchteil des Etats, kombinierte sich im Minutentakt durch die BVB-Hälfte. Kovač weigerte sich, auf ein klassisches 4-2-3-1 umzustellen – jenes System, mit dem Dortmund unter Terzic noch das Champions-League-Finale erreicht hatte. Diese taktische Verbohrtheit kostete ihn den Rückhalt in der Kabine.

 

Grund 2: Vertrauensverlust in der Kabine – Kein Zugang zum Team

 

Die zweite, vielleicht noch schwerwiegendere Ursache: Die Mannschaft folgte ihm nicht mehr. Niko Kovač mag ein akribischer Arbeiter sein, doch sein autoritärer, fast militärischer Führungsstil prallte an der sensiblen BVB-Mannschaft ab. Mehrere Spieler berichteten intern von „unverständlichen Ansprachen“ und einer „Atmosphäre der Angst, nicht der Leistung“.

 

Kapitän Emre Can – selbst kein Unschuldslamm, wenn es um emotionale Ausbrüche geht – soll nach dem Stuttgart-Spiel in der Kabine laut geworden sein. Vorwurf: Kovač habe in der Halbzeit keine klaren taktischen Anweisungen gegeben, sondern nur „allgemeine Phrasen von Kampf und Leidenschaft“ wiederholt. Spieler wie Julian Brandt und Donyell Malen fanden sich in ungewohnten Positionen wieder, wurden nach 60 Minuten ausgewechselt, ohne eine Erklärung zu erhalten.

 

Der Tiefpunkt war eine Trainingseinheit vor einer Woche: Kovač ließ die Mannschaft nach einer 0:2-Niederlage gegen Augsburg „Strafrunden“ drehen – ein pädagogisches Mittel aus den 1990er Jahren. Mehrere Führungsspieler sollen sich geweigert haben, erklärten öffentlichkeitswirksam, dass „moderne Profis anders gefordert werden müssten“. Die Trennung zwischen Trainer und Team war unüberbrückbar.

 

Besonders bitter: Die Dortmunder Vereinsführung um Sportdirektor Sebastian Kehl hatte Kovač explizit als „klaren Autoritätsanker“ geholt, um nach der emotionalen, aber zuweilen weichen Terzic-Ära eine neue Härte zu etablieren. Doch Kovač verwechselte Härte mit Sturheit. Er stellte Leistungsträger wie Gregor Kobel nicht vor Fehlern ruhig, sondern demütigte sie vor der Gruppe. Das Ergebnis: Die Spieler traten verunsichert auf, Risikopässe wurden vermieden, das Tempo war schleichend.

 

Grund 3: Resultate unterhalb jeder Messlatte – Der Absturz in der Tabelle

 

Am Ende zählt der Output. Und der war katastrophal. Unter Kovač holte Dortmund aus zwölf Pflichtspielen (Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League) gerade einmal vier Siege. Dazu kamen drei Unentschieden und fünf Niederlagen. In der Bundesliga fiel der BVB auf Platz 9 zurück – mit bereits zwölf Punkten Rückstand auf die Champions-League-Ränge.

 

Das Pokal-Aus in der zweiten Runde gegen den Drittligisten Dynamo Dresden – eine 0:2-Schmach – besiegelte nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein Desaster. Die Klubführung kalkuliert jährlich mit mindestens einer Viertelfinalteilnahme im Pokal, um die Liquidität zu sichern. Dieses frühe Aus kostet den BVB mehrere Millionen Euro.

 

Doch es kam noch schlimmer: In der Champions League, der großen Bühne, auf der Dortmund traditionell glänzt, steht das Team nach drei Spielen der Ligaphase mit nur einem Punkt da. Die Niederlage bei Paris Saint-Germain (0:4) am vergangenen Mittwoch war kein sportlicher Kampf, sondern eine öffentliche Zurschaustellung von Unterlegenheit. Kovač wirkte auf der Pressekonferenz danach resigniert, sprach von „mangelnder Qualität im Kader“ – ein indirekter Seitenhieb auf die eigene sportliche Leitung.

 

Diese Aussage war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Vorstand Hans-Joachim Watzke soll daraufhin die Entlassung gefordert haben. Laut Klubstatuten benötigt eine sofortige Trennung vom Cheftrainer die Zustimmung von Watzke, Kehl und dem Aufsichtsratsvorsitzenden. Diese war binnen 24 Stunden eingeholt.

 

Die unmittelbaren Folgen

 

Wer übernimmt sofort? Co-Trainer Robert Kovač, der jüngere Bruder, wird das Team interimistisch für das anstehende Auswärtsspiel in Leipzig führen. Doch das ist nur eine Notlösung. Die Gerüchteküche brodelt bereits: Der Name Edin Terzic fällt erneut – allerdings lehnt eine Fraktion im Verein eine Rückkehr als „Schritt zurück“ ab. Auch der ehemalige Gladbach-Trainer Marco Rose wird gehandelt, ebenso wie ein kühner Vorstoß zu Xabi Alonso, der allerdings bei Bayer Leverkusen langfristig gebunden ist.

 

Die Entlassung von Niko Kovač ist nicht nur ein Trainerwechsel – sie ist ein Eingeständnis des Scheiterns auf ganzer Linie. Nach nur 113 Tagen endet das Kovač-Experiment in Dortmund. Die drei Gründe – taktisches Versagen, Kabinenverlust und Ergebnisdesaster – machen deutlich: Der BVB befindet sich nicht in einer Krise, sondern in einer tiefen Strukturfrage. Wer immer jetzt übernimmt, erbt eine Mannschaft ohne Selbstvertrauen, einen Kader ohne klares Profil und eine Klubführung unter gewaltigem Erfolgsdruck.

 

Für Niko Kovač ist es die zweite Entlassung in der Bundesliga binnen weniger Jahre (nach seinem Aus beim FC Bayern 2019). Ob der kroatische Trainer noch einmal eine Chance auf der großen Bühne erhält, darf bezweifelt werden. In Dortmund aber fragt man sich längst nicht mehr, ob der Trainer gehen musste – sondern wie man überhaupt in diese Lage kommen konnte. Die Aufarbeitung hat gerade erst begonnen.

 

Berichterstattung folgt.

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